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Uhrenlexikon

Gabel
-> Hemmung
-> Pendel
Verbindungsteil zwischen Spindel- bzw. Ankerwelle, an der sie befestigt ist, und dem Pendel, das durch den aufgeschnittenen Teil der Gabel mit seiner Stannge hindurch geführt wird. Die Gabel gibt an das Pendel die Kraft weiter, durch die es in Schwingungen gehalten wird.

Gang
Der Gang ist der Unterschied zwischen zwei abgelesenen Uhrenständen bei 1 Tag Differenz.

Gangabweichung
Aufgrund unterschiedlicher Umwelteinflüsse wie Temperatur oder Lage des Werkes kann der Gang unterschiedlich ausfallen. Die Gangabweichung drückt den Unterschied zwischen zwei gemessenen Gängen aus.

Gangordner
-> Gangregler

Gangprüfung
-> Chronometer

Gangregler
-> Löffelunrast Pendel
-> Radunrast
-> Unruh
-> Waag
Mechanische Einrichtung, deren gleichmäßige Bewegung als grundlegendes Zeitmaß dient. Oberbegriff für Pendel, Unruh, Radunrast und Waag.

Gangreserve (Gangdauer)
Zeit, die zwischen Vollaufzug und völliger Entspannung der Zugfeder vergeht.

Gegengesperr
-> Gesperr
Besondere Vorrichtung, die es ermöglicht, daß die Uhr beim Aufziehen weiter läuft. Primär in hochwertigen, gewichtsgetriebenen Uhren, speziell Bodenstanduhren.

Gegenpendel
Kleineres Pendel (Scheinpendel), das in der Verlängerung der Stange des eigentliches Pendels an der Spindel oder der Ankerwelle befestigt ist und oberhalb bzw. unterhalb der Welle mitschwingt. Häufig ist es an seinem Ende mit einem Spiegel, einem geschliffenen Glasstein oder einer Monddarstellung versehen und hinter einem Ausschnitt des Zifferblattes sichtbar. Der Einfluss des Gegenpendels verstärkt den des eigentlichen Pendels und ermöglicht eine Verkürzung des Hauptpendels.

Gehäuse
Schützende und schmückende Verkleidung des Uhrwerks aus verschiedenen Materialien. Wahrscheinlich waren frühe Eisenuhren häufig offen, doch ist seit dem 16. Jahrhundert – auch zum Staubschutz – ein Gehäuse üblich. Die Gestalt und der Dekor der Gehäuse, die oft von Gehäusemachern angefertigt wurden, folgen der allgemeinen Stilentwicklung im Kunstgewerbe. Gehäuse von Taschenuhren haben die gleiche Funktion, sind jedoch nicht so sehr formalen Veränderungen unterworfen, da sie möglichst glatt und leicht sein sollen.

Gehwerk
-> Schlagwerk
Mechanik, die allein die Zeitanzeige regelt; sie besteht aus dem Antrieb (Feder oder Gewicht), dem Räderwerk, der Hemmung, dem Gangregler und dem Zeigerwerk.

Genfer Punze
(auch: Genfer Siegel, Poinçon de Genève) Aus dem Jahre 1886 stammende Qualitätsauszeichnung der Stadt Genf. 1957 und 1994 wurde die Bestimmung neu gefaßt und umfaßt nun v.a. zwölf Festlegungen zur exakten Verarbeitung und Einstellung von Werkteilen, jedoch keine Ganggenauigkeitsprüfung. Vorgelegt werden können nur Uhren, deren Zusammenbau und Reglage im Kanton Genf erfolgt ist.

Genfer Streifen
Besondere bandförmige Verzierung auf Platinen, Brücken und Kloben.

Geozentrisches Zifferblatt
-> Zifferblatt
Zifferblatt astronomischer Uhren, deren Anzeigen auf dem Ptolemäischen Weltbild beruhen. Sie besitzen allgemein nur drei Zeiger: Den Sonnenzeiger, der zugleich Stundenzeiger ist, den Mondzeiger und einen kreisförmigen Tierkreiszeiger; jeder von Ihnen dreht sich täglich einmal: der Sonnenzeiger an einem Sonnentag, der Mondzeiger an einem Mondtag (24 Stunden, 50 Minuten und 32 Sekunden), und der Tierkreiszeiger vollendet einen Umlauf an einem Sterntag. Ein Beispiel ist die Rathausuhr in Prag.
Beim heliozentrischen Zifferblatt, z.B. an der Uhr in der Rostocker Marienkirche, zeigen – unabhängig vom Stundenzeiger – der Sonnen- oder der Mondzeiger ihre derzeitige Stellung im Tierkreis an.

Gesperr
-> Gegengesperr
Aus dem gezahnten Sperrad und dem eingreifenden Sperrkegel bestehend ermöglicht das Gesperr ein Aufziehen der Uhr und verhindert zugleich, daß die durch das Aufziehen eingebrachte Energie nach Beendigung des Aufziehens reversiv wieder frei wird.

Gewichtsantrieb
-> Fallhöhe
Seit den Anfängen der Uhrmacherei benutzter gleichmäßiger Antrieb der Räderwerke durch Gewichte (Eisen, Blei, Steine), die an einer Schnur oder Kette hängend auf das erste Rad des Werkes wirken. Bis in die Gegenwart wird der Gewichtsantrieb bei Bodenstand- und Wanduhren gebraucht.

Gissen
Feststellen eines Schiffsortes durch Messen seiner Geschwindigkeit mittels Log und Uhr (Sanduhr) und gleichzeitiger Beobachtung des Kompasskurses.

Glassturz
Oben meist halbrund geschlossenes Glasgefäß, das auf einem Holzsockel sitzt. Mit Ausnahme einzelner früherer Beispiele werden erst seit dem Ende des 18. Jahrhunderts, besonders in Frankreich, Pendulen häufiger durch eine über die Uhr gesetzte Glasglocke vor eindringendem Staub geschützt. Auch die oft vorzügliche erhaltene (Feuer-)Vergoldung französischer Uhren beruht zum großen Teil auf diesem Schutz.

Gleiche Stunden
-> Äquinoktialstunden
 
Gleitzaum
Damit bei automatischem Aufzug die Zugfeder nicht durch Überspannung reißen kann, ist ihr Ende als „Rutschkupplung“ ausgelegt, die an der inneren Wand der Federhaustrommel entlanggleiten kann.

Globusuhr
Uhren mit einem sich drehenden Globus wurden in vielen Abwandlungen besonders häufig im 19. Jahrhundert gebaut. Sie geben zusätzlich zur Zeit auch den Stand der Erde – von der Sonne aus gesehen -, das Datum und den Stand der Sonne zur Erde an verwendet.

Glocke
Bei Räderuhren für Wecker- und Schlagwerke als Klanggeber verwendet und in der Regel aus gegossener Bronze. Gelegentlich werden Glocken aus Glas, Eisen oder Messing.

Glockenspielwerk
-> Spielwerk

Glucydur-Unruh
Unruhreif aus der sehr harten Legierung Kupfer und 2-3% Beryllium, das in Frankreich Glucinium heißt und zusammen mit dem französischen Wort „dur“ für „hart“ zu Glucydur zusammengesetzt ist.

Gnomon
Fester Schattenwerfer einer Sonnenuhr, der senkrecht oder waagrecht zur Erdoberfläche steht. Da der Gnomon nicht in Beziehung zur Erdachse und zur Äquatorebene justiert werden kann, ist das entsprechende Gerät nur auf der Polhöhe brauchbar, für die es konstruiert wurde.

Goldemailuhr
Taschenuhren, deren Gehäuse aus Gold Emailmalerei trägt, oft nach Vorlagen bekannter Künstler. Kostbare Golduhren waren im 18. und frühen 19. Jahrhundert besonders beliebt.

Grahamhemmung
-> Ankerhemmung
-> Hemmung
Die Profile der Hemmungszahnräder und des Ankers sind bei dieser Hemmung so aufeinander abgestimmt, daß das Pendel nach jedem Anstoß ohne störende Einflüsse vom Räderwerk schwingt. Nach dem Engländer Georg Graham benannt, der sie um 1700 erfand.
 
Grande Sonnerie (die)
-> Petite Sonnerie
-> Vierviertelschlagwerk
Oberbegriff für Schlagwerke mit einer bestimmten Schlagabfolge: zusätzlich zu den Viertelstundenangaben wird noch die Zahl der vergangenen Stunde auf Glocke/Feder geschlagen.

Greenwicher Zeit (Weltzeit, Westeuropäische Zeit, Universalzeit Abk. UT
Mittlere Ortszeit am Null-Meridian der Erde, der durch Greenwich (bei London, England) geht.

Gregorianischer Kalender
1582 von Papst Gregor XII. mit der Kalenderreform eingeführt. Durch die Änderung der Schaltjahresregelung wurde die Länge des Jahres dem Sonnenlauf angepaßt, um die seit Einführung des julianischen Kalenders entstandene Abweichung von zehn Tagen zu korrigieren.

Griechische Stunden
-> babylonische Stunden
 
Große Uhr
Einteilung des Tages in 24 gleichlange Stunden
Großuhr (franz. Horloge, engl. Clock)
-> Bodenstanduhren
-> Reiseuhren
-> Waag
-> Wanduhren
Eine ortsfeste Uhr mit Unruh oder Pendel (in früheren Zeiten Waag), deren Werkdicke im allgemeinen gleich oder mehr als 12 mm beträgt. Großuhren sind Wanduhren, Bodenstanduhren, Weckeruhren, Reiseuhren, Turmuhren.

Guicheuhr
-> Halbsavonette

Guillochieren
Mechanisches, maschinelles Gravieren von Metall. Die Guillochiermaschine erzeugt regelmäßige geometrische Linienmuster. Jede gravierte Linie ist ein grafisches Abbild mehr oder weniger kompliziert überlagerter Kreisbewegungen einer Rädermechanik. Diese Dekorationstechnik ist seit dem 18. Jahrhundert bekannt. Allgemein verbreitet ist sie jedoch erst während des 19. und im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts.