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Uhrenlexikon

Räderuhr
Seit dem 13. Jahrhundert gebaute Uhren mit Zahngetrieb und mechanischer Hemmung. Räderuhren werden bis heute noch angefertigt.

Räderwerk
-> Gehwerk
-> Schlagwerk
Überträgt die Energie (Feder, Gewicht) auf den Gangregler (Unruh, Pendel) und übersetzt die Schwingungen des Gangreglers in die Zeitanzeige (Zeigerwerk).
Sämtliche Räder und Triebe, die vom Federhaus aus die Triebkraft an das Hemmungsrad übertragen. Dazu gehören:
Minutenrad
Kleinbodenrad
Sekundenrad
Hemmungsrad
Alle diese Räder sind auf ihren Trieben meistens aufgenietet.

Radunrast
-> Waag
-> Unruh
Radförmiger Gangregler ohne Eigenschwingungsfähigkeit. Er ist nach der Waag der älteste Gangregler, der bei Räderuhren mit mechanischer Hemmung verwendet worden ist. Abgelöst wurde die Radunrast durch die von Christian Huygens erfundene und 1675 publizierte Radunrast mit Spindelhemmung.

Radunruh
-> Radunrast
Bis zur allgemeinen Einführung des Pendels um 1660 die am häufigsten angewandte Form des Schwingungssystems, bestehend aus einem geschmiedeten Reif an dem oberen Ende der Spindel. Bei den Wand- und Konsoluhren hing die Radunruh meistens an einem Faden über dem Werk.

Rahmenuhr
Uhren, deren Front, die ohne Darstellung bleibt, das Zifferblatt – oft in einem vergoldeten Strahlenkranz eingefaßt sind. Rahmenuhren wurden besonders häufig in Österreich während der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gebaut.
Uhren, bei den das Gehäuse wie ein Bilderrahmen aussieht, z.T. ist die Vorderfront auch bemalt. Sehr oft bei Schwarzwälder Biedermeieruhren verwandt.

Rattrapante
-> Schleppzeiger-Chronograph

Rattrapante (auch Schleppsekunde)
-> Chronograph
An einem Werk mit Chronograph im Zentrum angebrachter Zeiger, mit dessen Hilfe Zwischenzeiten gestoppt werden können, ohne daß der eigentliche Sekundenzeiger des Chronographen angehalten werden muß.

Rechenschlagwerk
-> Schlagwerk
-> Staffel
Bei einem Rechenschlagwerk bestimmt immer die Zeigerstellung die Zahl der Stundenschläge. Gegenüber dem Schloßscheibenschlagwerk hat es zwei Vorteile:
Beim Einstellen der Uhrzeit muss nicht auf das Schlagwerk Rücksicht genommen werden, denn die Staffel steht immer entsprechend dem Stundenzeiger richtig.
Innerhalb einer Stunde kann das Schlagwerk beliebig oft ausgelöst werden, das heißt, die Uhr repetiert (wiederholt) den Stundenschlag. Von dem Engländer Edward Barlow (1636 – 1716) um 1676 erstmals gebautes Schlagwerk.

Regel
Historische Bezeichnung für ein Lineal oder einen Zeiger an astronomischen Instrumenten.

Regulator
Pendeluhr mit Gewichtsantrieb und Kompensationspendel. Bei diesem Uhrentyp dominiert als einziger großer Zeiger der Minutenzeiger, während Stunden- und Sekundenzeiger sich jeweils dezentral in kleineren Zifferblattbereichen drehen.
Der Begriff Regulator wird jedoch nicht nur für Präzisionspendeluhren verwendet, sondern auch für (Wiener) Wanduhren mit Pendel und Feder/Gewichtsantrieb in hochrechteckigen, dreiseitig verglasten Gehäusen, die Ende des 19./Anfang des 20. Jahrhunderts massenhaft hergestellt wurden.
 
Regulierung
Feineinstellen einer Uhr mit mechanischem Schwingsystem. Es gibt unterschiedliche Verfahren und Qualitäten: Bei normaler Regulierung wird der Gang der Armbanduhr mit „Zifferblatt oben“ und „Krone oben“ gemessen und auf maximal 30 Sekunden Gangabweichung eingestellt. Bei Regulierung in verschiedenen Lagen wird in 2, 5 oder 6 Lagen reguliert, etwa horizontal: „Zifferblatt oben“ (ZO), „Zifferblatt unten“ (ZU) und vertikal: „Krone oben“ (KO), „Krone links“ (KL), „Krone rechts“ (KR), „Krone unten“ (KU). Bei Regulierung der Temperaturkompensation wird der Gang jeweils 24 Stunden bei 4°C, 20°C und 36°C gemessen und reguliert.

Regulierzifferblatt
Dient zur Regelung der Ganggeschwindigkeit von Unruhuhren. Neben der Unruh befindet sich eine Skala mit einem Zeiger. Beim Verstellen des Zeigers wird die wirksame Länge der Spirale verändert.

Reiseuhr
-> Capucine
-> Karossenuhr
-> Offiziersuhr
Kleine tragbare Uhren, meist mit einem Schlag- und Weckerwerk, die auf Reisen benutzt wurden. Jede federangetriebene Tischuhr: Dosenuhren, Uhren mit horizontalem Zifferblatt, Türmchenuhren und sogar Stockuhren oder Bracket-Clocks konnten in einem Futteral oder in einem ausgepolsterten Holzbehälter als Reiseuhr mitgeführt werden.
Im 19. Jahrhundert entwickelt sich in Frankreich aus dem Capucine-Typ die schlichte allseits verglaste Reiseuhr, die bis Anfang des 20. Jahrhundert in Gebrauch bleibt.

Religieuse
Französische Pendule der Zeit vor 1700, deren Namen angeblich wegen der Ähnlichkeit mit einem Kirchenportal gewählt worden ist. Das rechteckige dunkelfarbige – meist schlichte – Gehäuse wird oben oft durch einen flachen Bogen abgeschlossen. Frühe Beispiele besitzen nur ein Federhaus für Geh- und Schlagwerk.

Remontoir
-> Kronenaufzug
Aufzugsart: Das Uhrwerk wird mit der Krone – sie ist Bestandteil des Uhrwerks – und nicht mehr mit dem Schlüssel aufgezogen.
 
Repetition
-> Repetitionsschlagwerk
-> Zugrepetition
Zusätzliches Läutwerk einer Uhr, das Minuten, Viertelstunden und/oder Stunden akustisch verdeutlich. Die meisten Rechen-Selbstschlagwerke sind so eingerichtet, daß sie die zuletzt geschlagene Zeit wiederholen, wenn ein entsprechende Auslösemechanismus betätigt wird.

Repetitionsschlagwerk
-> Rechenschlagwerk
-> Schlagwerk
-> Zugrepetition
Ein jederzeit von Hand auslösbares zusätzliches Schlagwerk. Mit einem Drücker (bei Taschenuhren) oder mit einem Schnurzug (bei Großuhren) wird eine Feder gespannt, die das Schlagwerk antreibt. Die Anzahl der Schläge wird durch die Staffel geregelt.
Von dem Engländer Edward Barlow 1676 erfunden.

Retard (franz. Verzögern, Abk. R)
-> Avance
Auf Reguliereinrichtungen angegebene Bezeichnung für die Richtung, in der durch Verstellen des Regulierorgans ein Nachgehen der Uhr erreicht wird. Entspricht in englischen Uhren ‘Slow’, Abk. S.

Revolutionsuhr
Uhren, fast stets Taschenuhren, aber auch einige Pendulen, mit der Dezimaleinteilung, die seit der Kalenderreform des Jahres 1793 in Frankreich bis 1805 offiziell galt. Damals wurde der Tag in 20 Stunden und das Jahr in 12 Monate zu je 30 Tage eingeteilt, eine solche Einteilung steht häufig noch neben der herkömmlichen.

Ringsonnenuhr
Alte Sonnenuhrform, bei der über ein verschiebbares Öhr oder zwei Bohrungen ein Lichtpunkt auf die Innenskala fällt.

Ringuhr
-> Kleinuhr

Rohwerk
-> Ebauche
Die rohen Einzelteile einer Uhr – Platinen, Räder, Hebel und Schrauben -, die fabrikmäßig hergestellt, zusammengesetzt und  verkauft wurden. Der Kunde, ein Uhrmacher, paßt die Teile genau aufeinander an, verfeinert das Uhrwerk und baut es schließlich zum Wiederverkauf in ein Gehäuse ein.
Die größten Rohwerkhersteller arbeiten seit dem 18. Jahrhundert in der Schweiz.

Roskopf-Stiftankerhemmung
-> Ankerhemmung
-> Hemmung
-> Roskopfuhr
Bei Roskopfuhren verwendete freie Ankerhemmung, mit zwei runden Stahlstiften als Paletten. Vorwiegend in einfachen Taschenuhren gebraucht.

Roskopfuhr
-> Roskopfhemmung
Größere, robuste und billige Taschenuhren einfacher Bauart, die seit 1865 von Georg Friedrich Roskopf (1813 – 1889) angefertigt worden sind und die als „montre du prolétaire“ bezeichnet wurde.

Rotor
Das Schwunggewicht des automatischen Aufzugs, entweder in der verbreiteten Variante über die gesamte Gehäusebreite parallel zum Werk kreisend (Zentralrotor), oder als Mikrorotor ins Uhrwerk integriert.

Rubin
In der Uhrmacherei gebrauchter Ausdruck für eine Deck- oder Lagerstein aus echtem oder synthetischem Rubin.

Rückerzeiger
-> Feinregulierung
Dient zur Feinregulierung von Uhren mit Unruh. Durch Verstellen des Rückerzeigers verändert man die wirksame Länge der Spirale, während die Unruh schwingt. (Verkürzen: Uhr geht schneller – Verlängern: Uhr geht langsamer).

Rufschlagwerk
-> Repetition
-> Schlagwerk
-> Zugrepetition