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Uhrenlexikon

Kadraktur
Vorlegewerk. Die Gesamtheit der meist vor dem Werk angebrachten Teile eines Schlag-, Repetier-, Spiel- oder Automatenwerkes.

Kalenderjahr, Gregorianisches
Heute weithin geltende Kalendergrundlage. Es umfaßt genau 365 Tage und erhält alle 4 Jahre (die nicht durch 400 teilbaren vollen Jahrhunderte – 1700, 1800, 1900, 2100 usw. -ausgenommen) einen Schalttag (29. Februar), um die über die 365 Tage hinausgehenden 5 Stunden, 48 Minuten und 46 Sekunden des mittleren Sonnenjahres auszugleichen.

Kalenderuhr
-> Datumsanzeige
Uhren mit Datumsanzeige. Häufig werden auch Wochentag, der Monat und sogar das Jahr angegeben. Kalenderangaben finden sich schon bei frühen Großuhren der Gotik und Renaissance, und werden bei zahlreichen Stock- und Bodenstanduhren sowie bei Taschenuhren angebracht.

Kaliber
Bezeichnung für die Abmessungen eines Uhrwerkes, heute häufig synonym für Werk verwendet.

Kaminuhr
-> Tischuhr

Kanellierung
Vertikale Rillenverzierung am Uhrengehäuse.

Kardanische Aufhängung
Von Geronimo Cardano (1501 – 1576) um die Mitte des 16. Jahrhunderts nach antiken Berichten und Entwürfen Leonardo da Vinci entwickelte Aufhängevorrichtung auch für Uhren, die aus einem Ring besteht, der an zwei gegenüberliegenden Punkten gelagert ist. Das Uhrgehäuse kann sich in einer zu diesen Punkten senkrechten Achse bewegen und so in waagrechter Lage bleiben. Vorzusweise bei Schiffsuhren eingesetzt.

Karossenuhr (auch Kutschenuhr genannt)
In Kutschen oder am Sattel mitgeführte größere, robuste, federgetriebene Uhr, oft mit Schlag- Weckerwerk, meist in der Form einer (übergroßen) Taschenuhr. Seit dem Anfang des 18. Jahrhunderts sind Karossenuhren gebräuchlich.

Kartuschen (Email-)
-> Zifferblatt
Kartuschen sind sogenannte kleine, wappenförmige mit blauen oder schwarzen römischen Zahlen auf weißem Grund versehene Emailschildchen, an einem gegossenen oder gravierten Zifferblatt befestigt sind.

Karusselluhren
-> Tourbillon

Kette
-> Feder
-> Schnecke
Überträgt die Federkraft auf die Schnecke.
 
Klappsonnenuhr
-> Wahre Zeit
Tragbare Sonnenuhr. Sie wird waagrecht aufgestellt und mit dem eingebauten Kompaß nach Norden ausgerichtet. Der Schatten des Fadens zeigt die Wahre Zeit auf zwei Flächen.

Kleine Sekunde
Sekundenanzeige, die dezentral, also nicht in der Zifferblattmitte erfolgt.

Kleine Uhr
Einteilung des Tages in 2 x 12 Stunden.

Kleinuhr (franz. Montre, engl. Watch)
-> Armbanduhren
-> Halsuhren
-> Sackuhren
Eine tragbare Uhr mit einer Unruh, deren Werkdicke im allgemeinen kleiner ist als 12 mm. Kleinuhren, wie Taschen oder Sackuhren, sind erst seit dem 17. Jahrhundert gebräuchlich. Im 16. Jahrhundert – seit Peter Henlein – wurden tragbare Uhren meist als Halsuhren getragen. Armbanduhren kamen im 18. Jahrhundert auf und fanden zunehmend im 19. Jahrhundert Verwendung. 1903 werden sie in Europa Mode, der Erste Weltkrieg brachte die allgemeine Einführung. Ringuhren sind Kleinuhren an einem Fingerring. Sie finden sich gelegentlich schon im 16. und 17. Jahrhundert.

Kloben
-> Spindelbrücke
Gestufte Platte für das Lager des hinteren Spindel- oder Unruhzapfens mit nur einem oder zwei Befestigungspunkt(en). Meistens wird der oft reich verzierte Kloben bei englischen und franzözischen Taschenuhren verwendet.
Bei Großuhren, die nur eine Platine haben, tragen von dieser Platine aufsteigende Kloben das zweite Lager des Radzapfens.

Kolure
-> Längengrade
Von Pol zu Pol verlaufende Linie

Kompensationspendel
-> Kompensationspendel
Die Ganggeschwindigkeit einer Pendeluhr hängt von der Pendellänge ab: Lange Pendel schwingen langsamer als kurze. Bei steigender Temperatur wird das Pendel länger und damit die Uhr langsamer. Temperaturschwankungen stören also die Genauigkeit.
Durch Verwendung von verschiedener geeigneter Metalle und spezieller Konstruktionsweisen kann jedoch erreicht werden, daß sich die temperaturbedingten Veränderungen gegenseitig aufheben und die Pendelstange gleich lang bleibt. So kann der Temperaturfehler korrigiert werden. Die Erfindung geht auf John Harrison (um 1725) zurück.

Kompensationsunruh
Temperaturschwankungen stören auch die Ganggenauigkeit der Unruh erheblich. Sie können durch Bimetallunruhen ausgeglichen werden. Zwei geeignete Metalle sind miteinander verlötet, wie eine Unruh gebogen und an den Schenkeln aufgeschnitten. An den losen Enden sind Gewichte angeschraubt. Wird es wärmer und damit die Spirale weiter, geht die Uhr langsamer – gleichzeitig biegen sich jetzt aber die Bimetallstreifen nach innen zur Unruhwelle hin und beheben damit den Fehler.
Die ersten Versuche stammen von dem Engländer John Harrison um 1728.

Komplikation
Uhrwerk mit einem oder mehreren zusätzlichen Mechanismen (Schlagwerk, Kalender, Repetition, Chronograph, Wecker).

Konsoluhr oder Konsolenuhr
Im Gegensatz zu Wanduhren mit Öse und Abstandsdornen standen diese Uhren auf einer offenen Wandkonsole, damit die Gewichtsseile frei blieben.

Kreuzblumen
Verzierung an Fialen; viereckige, profilierte Form mit kleiner Kugel in der Mitte.

Kristallglas
-> Uhrgläser

Krone
Seitlich am Gehäuse befindliches geriffeltes Rad zum Einstellen der Uhrzeit (oder weiterer Anzeigen wie Datum, zweite Zeitzone) und bei Handaufzugsuhren zum Spannen der Zugfeder.

Kronenaufzug
-> Remontoir
-> Schlüsselaufzug
1844 wird die Remontoire-Uhr, eine Taschenuhr, erfunden. Sie wird nicht mehr mit dem lose beigefügten Schlüssel aufgezogen, sondern mit einem kleinen Rädchen, der Krone.

Kruzifixuhr
Vom ausgehenden 16. bis in das 18. Jahrhundert hergestellte Figurenuhren. Fast immer aus Bronze, bei denen ein größerer Sockel eine meist vollplastische Kreuzigungsgruppe trägt. Das hohe Kreuz besitzt einen Ziffernkranz auf einer Kugel, die vom Werk im Sockel angetrieben wird.

Kugellauf
-> Congreve
Der Kugellauf dient meist als Hemmung und Gangregler. Dabei durchläuft die Metallkugel eine bestimmte Bahn und löst an deren Ende den Lauf der nächsten Kugel aus. Die Zahl der einzelnen Abläufe wird gezählt und in die Zeitanzeige umgesetzt.
Eine Variante der Kugellaufuhr ist die Congreve, die nur eine Kugel besitzt. Sie bewirkt am Ende ihres Laufes ein Zurückkippen der geneigten Laufbahnfläche und läuft dann in Gegenrichtung zurück.

Kuhschwanzpendel
-> Kurzpendel
-> Zappler
Vor dem Zifferblatt schnell schwingendes Pendel.

Kurzpendel
Pendel, das nicht länger ist als das Uhrwerk selber.

Kutschenuhr
-> Karossenuhr